Kontexterklärung · NAV-G04-023
Opposition
Diese Erklärung erschließt den Begriff im folgenden Herkunftskontext. Sie ist kein zusätzliches kanonisches Atlasprofil.
Vertiefung
Opposition bezeichnet in den hier beteiligten lautbezogenen Herkunftskontexten eine systematische Unterscheidung zwischen Einheiten. Ein Minimalpaar kann zeigen, dass ein Lautunterschied in einer Sprache zur Bedeutungsunterscheidung beiträgt. Welche Merkmale dabei relevant sind, ergibt sich nicht allein aus der Größe des akustischen Unterschieds. Im Umfeld der Markiertheit kommt außerdem die Frage hinzu, ob zwei Glieder symmetrisch verteilt sind oder eines besondere Beschränkungen besitzt. Eine Opposition ist daher nicht automatisch ein gleichgewichtiges Paar. Da Markiertheit auch außerhalb der Phonologie verwendet wird, muss für diesen Anschluss jeweils die untersuchte sprachliche Ebene angegeben werden.
Denkbewegung
1. Die Vergleichseinheiten werden bestimmt. 2. Ihre unterscheidende Funktion wird geprüft. 3. Die relevante Sprachebene wird benannt. 4. Verteilung und mögliche Asymmetrien werden untersucht. 5. Umgebungen ohne Kontrast dienen als Gegenprobe.
Beispiel
Ein Unterschied zwischen zwei Lauten kann in einer Sprache Wörter unterscheiden und in einer anderen nur verschiedene Realisierungen derselben Einheit betreffen.
Gegenprobe
Ein hörbarer Unterschied ist nicht allein deshalb phonologisch kontrastiv; ebenso sind Gegenspieler einer Opposition nicht notwendig gleich häufig.
Wissenschaftlicher Anwendungsfall
Eine Analyse kann Kontrastfunktion, Verteilung und Markiertheit mit getrennten Kriterien erfassen.
Wirkung
Der Begriff macht den Wert einer Einheit aus ihrer Stellung zu anderen verständlich.
Resonanz
Eine Form gewinnt Kontur daran, welchen Unterschied sie im System tragen kann.
Abgrenzung
Systematische Opposition von bloßer Verschiedenheit, semantischem Gegenteil und notwendig symmetrischer Verteilung unterscheiden.
Quellen
- IDS grammis: Markiertheit
Definition and examples75–80
documented-source-register - EN:oer-contrastdocumented-source-register