Vertiefung
Sprachliches Können zeigt sich nicht nur in fehlerfreien Sätzen. Auch das Erkennen eines Missverständnisses, eine passende Erläuterung und die Prüfung des Verstehens gehören je nach Modell dazu. Eine einzelne Leistung erlaubt kein Gesamturteil. Institutionelle Regeln, Zeitdruck und fehlende Zugänglichkeit können vorhandene Fähigkeiten verdecken; Verständigung bleibt außerdem eine gemeinsame Leistung und keine bloße Einzelprüfung.
Denkbewegung
1. Nicht nur nach der sprachlichen Richtigkeit fragen, sondern nach Handlung, Adressierung und Verstehen. 2. Dann untersuchen, welches Wissen und welche Ressourcen die Beteiligten nutzen, wie sie Unklarheit erkennen und wie sie nachsteuern. 3. Anschließend die Leistung von den Bedingungen trennen: Zeitdruck, unbekannte Regeln, unzugängliche Medien oder fehlende Antwortmöglichkeiten können vorhandenes Können verdecken. 4. Dieser Analyseweg ist eine Atlasanwendung, kein standardisierter Kompetenztest.
Wissenschaftlicher Anwendungsfall
Vorgeschlagene Interaktionsanalyse: Aufnahme und Reparatur einer Erläuterung im Gesprächsverlauf untersuchen. Ein Kompetenztest bräuchte darüber hinaus ein ausgewiesenes Modell und geprüfte Aufgaben.
Beispiel
In einem erfundenen Werkstattgespräch erklärt eine Fachperson: „Die Toleranz ist überschritten.“ Die andere Person versteht Toleranz zunächst als Geduld. Die Fachperson bemerkt den anderen Sinn, zeigt auf das Werkstück und erläutert: „Ich meine hier die erlaubte Maßabweichung.“ Die Reparatur ist keine bloße Vereinfachung: Sie verbindet Fachwissen, Perspektivenübernahme und die Prüfung, ob beide nun über dasselbe sprechen.
Gegenbeispiel
Kommunikative Kompetenz ist weder Schlagfertigkeit noch Anpassung um jeden Preis oder die bloße Fähigkeit, andere zu überzeugen. Verständigung kann trotz kompetenten Handelns misslingen. Fähigkeit, beobachtete Leistung und institutionelle Berechtigung sind zu unterscheiden. Aus dem HWdR werden insbesondere die pauschale Gleichsetzung von Kompetenz mit ausschließlich Erlerntem, die stark vereinfachte Evolutionschronologie und Verallgemeinerungen über den Niedergang ganzer linguistischer Schulen nicht übernommen.
Abgrenzung
Register: Register ist eine situationsgebundene Verwendungsordnung. Kompetenz betrifft unter anderem, solche Erwartungen zu erkennen, begründet zu wählen und gegebenenfalls zu verändern. Konversationsanalyse: Konversationsanalyse ist ein empirischer Untersuchungsansatz. Kommunikative Kompetenz bezeichnet nicht die Methode, sondern modellabhängig Fähigkeiten und Wissen, die in Interaktion relevant werden. Interkulturelle Kommunikation: Unterschiedliche kulturelle Erwartungen bilden einen wichtigen Anwendungsbereich. Kommunikative Kompetenz ist weder auf Begegnungen verschiedener Nationalitäten beschränkt noch eine Liste angeblich fester Kulturregeln.
Wirkung auf Denken und Wahrnehmung
Bewertung richtet sich auf situationsbezogene Ressourcen statt ausschließlich auf Flüssigkeit und Korrektheit.
Resonanz
Ein Missverständnis kann zum gemeinsamen Perspektivenabgleich werden, statt jemanden als sprachlich unzureichend festzulegen.
Etymologie
Kommunikative Kompetenz ist eine fachsprachliche Wortverbindung. Ihre Bestandteile liefern noch keine modellunabhängige Einteilung sämtlicher Fähigkeiten.
Provenienz
Das Dossier verbindet historische Modellauseinandersetzungen mit einer institutionellen CEFR-Kontrolle. Die dortigen Teilkompetenzen sind ein benannter Ansatz, keine abschließende Anthropologie.
Diesen Eintrag zitieren
Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Kommunikative Kompetenz“. Atlas der Sprache, AT-ADD-20261020-0058. ATLAS 261, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-ADD-20261020-0058Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Redaktioneller Lesestand: 2026-10-20. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.
Leitfrage
Was muss jemand außer Wörtern und Grammatik können, damit Verständigung in einer konkreten Situation möglich wird?
Fünf Koordinatenfragen
Diese Beschreibungen erläutern das Profil. Sie sind keine kontrollierten Registerwerte und erzeugen keine gemeinsamen Registertreffer.
- Woran ist der Vorgang beobachtbar?
In einem erfundenen Werkstattgespräch erklärt eine Fachperson: „Die Toleranz ist überschritten.“ Die andere Person versteht Toleranz zunächst als Geduld. Die Fachperson bemerkt den anderen Sinn, zeigt auf das Werkstück und erläutert: „Ich meine hier die erlaubte Maßabweichung.“ Die Reparatur ist keine bloße Vereinfachung: Sie verbindet Fachwissen, Perspektivenübernahme und die Prüfung, ob beide nun über dasselbe sprechen.
- Was geschieht mit dem Material?
Nicht nur nach der sprachlichen Richtigkeit fragen, sondern nach Handlung, Adressierung und Verstehen.
Dann untersuchen, welches Wissen und welche Ressourcen die Beteiligten nutzen, wie sie Unklarheit erkennen und wie sie nachsteuern.
Anschließend die Leistung von den Bedingungen trennen: Zeitdruck, unbekannte Regeln, unzugängliche Medien oder fehlende Antwortmöglichkeiten können vorhandenes Können verdecken.
Dieser Analyseweg ist eine Atlasanwendung, kein standardisierter Kompetenztest.
- Auf welcher Ebene verändert sich etwas?
Bewertung richtet sich auf situationsbezogene Ressourcen statt ausschließlich auf Flüssigkeit und Korrektheit.
- Welche zeitliche Struktur ist ausdrücklich beschrieben?
Die Denkbewegung enthält eine vorgeschlagene Prüffolge; sie ist keine behauptete Echtzeitabfolge psychischer Vorgänge. Der jeweilige Beispielsverlauf und die historische Entwicklung sind getrennt zu lesen.
- Woran lässt sich die Beschreibung prüfen?
Kommunikative Kompetenz ist weder Schlagfertigkeit noch Anpassung um jeden Preis oder die bloße Fähigkeit, andere zu überzeugen. Verständigung kann trotz kompetenten Handelns misslingen. Fähigkeit, beobachtete Leistung und institutionelle Berechtigung sind zu unterscheiden. Aus dem HWdR werden insbesondere die pauschale Gleichsetzung von Kompetenz mit ausschließlich Erlerntem, die stark vereinfachte Evolutionschronologie und Verallgemeinerungen über den Niedergang ganzer linguistischer Schulen nicht übernommen.
Historischer Bezug
Das Dossier verbindet historische Modellauseinandersetzungen mit einer institutionellen CEFR-Kontrolle. Die dortigen Teilkompetenzen sind ein benannter Ansatz, keine abschließende Anthropologie.
Sprachvergleich und Fachfassung
Competence und performance sind theorieabhängig; beobachtetes Gelingen ist nicht deckungsgleich mit verfügbarem Wissen und Können.
Fachliche Vergleiche und Abgrenzungen
Die folgenden Profile sind redaktionelle Vergleichsanker für die Abgrenzung in diesem Artikel. Dies sind keine neuen kanonischen Relationskanten und keine gemeinsamen Registertreffer.
Vorgeschlagener Denkweg
- Nicht nur nach der sprachlichen Richtigkeit fragen, sondern nach Handlung, Adressierung und Verstehen.
- Dann untersuchen, welches Wissen und welche Ressourcen die Beteiligten nutzen, wie sie Unklarheit erkennen und wie sie nachsteuern.
- Anschließend die Leistung von den Bedingungen trennen: Zeitdruck, unbekannte Regeln, unzugängliche Medien oder fehlende Antwortmöglichkeiten können vorhandenes Können verdecken.
- Dieser Analyseweg ist eine Atlasanwendung, kein standardisierter Kompetenztest.
Ein redaktionelles Erkundungsangebot, keine notwendige Denkfolge und kein experimenteller Wirkungsnachweis.
Quellenstatus und Provenienz
Beide Fachfassungen sind redaktionell angenommen. Der Nachweisumfang der ausgewerteten Referenzwerke bleibt erhalten; dies ist keine neue Vollprüfung sämtlicher Primärquellen. Beispiele und Prüffolgen sind Atlasanwendungen.