Vertiefung
Evidentiale Kennzeichnung, dass Information aus fremder Mitteilung stammt. Eine Sprache verwendet ein festes Suffix für Der Zug sei schon abgefahren, wenn die Information nur berichtet wurde. Grammatische Evidentialität, freie Quellenangabe, Gerücht und epistemische Unsicherheit trennen. Jemand kann die Aussage einer anderen Person mit hoher Gewissheit berichten; die reportative Quelle impliziert für sich keinen Zweifel.
Denkbewegung
1. Den Ausdruck der Quellenmarkierung bestimmen. 2. Seine reportative Bedeutung feststellen. 3. Marker direkter Evidenz vergleichen. 4. Obligatorik und grammatische Einbindung prüfen. 5. Gewissheit gesondert beurteilen.
Wissenschaftlicher Anwendungsfall
Sprachvergleich kodiert, ob Quellenmarkierung obligatorisch ist und welche Informationsquellen das Paradigma unterscheidet.
Beispiel
Eine Sprache verwendet ein festes Suffix für Der Zug sei schon abgefahren, wenn die Information nur berichtet wurde.
Gegenbeispiel
Jemand kann die Aussage einer anderen Person mit hoher Gewissheit berichten; die reportative Quelle impliziert für sich keinen Zweifel.
Abgrenzung
Grammatische Evidentialität, freie Quellenangabe, Gerücht und epistemische Unsicherheit trennen.
Wirkung auf Denken und Wahrnehmung
Die Analyse kann berichtete Quelle und sprachlich dargestellte Gewissheit unabhängig beurteilen.
Resonanz
Weitergesagtes Wissen hat eine Quelle, aber nicht immer einen Zweifel.
Provenienz
Alexandra Y. Aikhenvald: Evidentiality, 2004 erschließt für „Hörensagen“ den Bereich Reported evidence and grammatical evidential systems; Ferdinand de Haan: Coding of Evidentiality, WALS chapter 78 setzt mit Grammatical coding of information source einen zweiten, abgrenzenden Schwerpunkt. Der Entwurf verwendet beide für den begrenzten Untersuchungsumfang „Evidentiale Kennzeichnung, dass Information aus fremder Mitteilung stammt.“, ohne bibliographische Arbeitsangaben als neue Volltextlektüre auszugeben. → Active navigation changed to origin-scoped context on 2026-10-07
Diesen Eintrag zitieren
Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Hörensagen“. Atlas der Sprache, AT-NAV-G03-023. ATLAS 259, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-NAV-G03-023Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Redaktioneller Lesestand: 2026-10-15. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.