ATLAS DER SPRACHE

AT-NAV-G05-026 · ATLAS 259

Transitivität

Transitivität betrifft in syntaktischen Analysen häufig die Verbindung eines Prädikats mit einem Subjekt und einem Objekt.

Teil des Themenwegs Syntax und Grammatik

Warum dieser Begriff im Atlas?

G · Grundlagenbegriff R2 · Notwendige Grundlage

Transitivität ist nötig, um Teilnehmerzahl und grammatische Realisierung mit Diathese zu verbinden. Syntaktische Objektbindung und semantische Transitivitätsgrade sind als unterschiedliche Modelle auszuweisen.

Farben und Aufnahmegründe

Die rechteckige Kennzeichnung benennt die Eintragsfunktion: F – sprachliche Figur oder Verfahren; A – Analysebegriff; G – Grundlagenbegriff; E – ausgewählter konkreter Fall. Die abgerundete Plakette benennt den Aufnahmegrund: R1 – eigener Erkenntnisbeitrag; R2 – notwendige Grundlage; R3 – begründeter exemplarischer Fall. Diese redaktionelle Begründung erklärt die heutige Auswahl, nicht eine nachträglich behauptete ursprüngliche Auswahlgeschichte.

Vertiefung

Transitivität betrifft in syntaktischen Analysen häufig die Verbindung eines Prädikats mit einem Subjekt und einem Objekt. Semantische Ansätze untersuchen dagegen ein Bündel von Eigenschaften, etwa Beteiligtenzahl, Betroffenheit oder Ereignischarakter. Diese Verwendungen müssen kenntlich bleiben: Ein syntaktisch transitiver Satz beschreibt nicht notwendig eine kräftige Handlung, die einen Gegenstand verändert. Auch können Objektmarkierung und Argumentausdruck je nach Konstruktion variieren. Im Umfeld von Ergativität, Inkorporation und differenzieller Objektmarkierung geht es deshalb um präzise Vergleichskriterien. Das Zählen aller Satzergänzungen oder aller erwähnten Personen liefert allein keine zuverlässige Transitivitätsanalyse.

Denkbewegung

1. Analysebegriff festlegen. 2. Kernargumente bestimmen. 3. Grammatische Konstruktion prüfen. 4. Semantische Eigenschaften getrennt erfassen. 5. Alternationen vergleichen.

Wissenschaftlicher Anwendungsfall

Sprachvergleich kann Objektmarkierung und semantische Betroffenheit unabhängig erfassen.

Beispiel

„Mira kennt den Weg“ ist im Deutschen syntaktisch transitiv, obwohl der Weg durch das Kennen nicht verändert wird.

Gegenbeispiel

Eine Ortsangabe neben dem Subjekt macht ein intransitives Verb nicht automatisch transitiv.

Abgrenzung

Syntaktische Transitivität von semantischer Betroffenheit, Valenz schlechthin und bloßer Wortzahl unterscheiden.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Transitivität verbindet Argumentstruktur mit ausdrücklich gewählten Vergleichsdimensionen.

Resonanz

Zwei Beteiligte stehen nicht immer in derselben Art von Beziehung.

Provenienz

Parallel corpus 98f0950771ae4662f291d2f15f5c51b6797f3c20ba458a68615cdb177002ea18; case-bounded source review accepted; human specialist review not claimed.

Diesen Eintrag zitieren

Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Transitivität“. Atlas der Sprache, AT-NAV-G05-026. ATLAS 259, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-NAV-G05-026

https://atlasdersprache.de/begriff/AT-NAV-G05-026

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