Vertiefung
Transitivität betrifft in syntaktischen Analysen häufig die Verbindung eines Prädikats mit einem Subjekt und einem Objekt. Semantische Ansätze untersuchen dagegen ein Bündel von Eigenschaften, etwa Beteiligtenzahl, Betroffenheit oder Ereignischarakter. Diese Verwendungen müssen kenntlich bleiben: Ein syntaktisch transitiver Satz beschreibt nicht notwendig eine kräftige Handlung, die einen Gegenstand verändert. Auch können Objektmarkierung und Argumentausdruck je nach Konstruktion variieren. Im Umfeld von Ergativität, Inkorporation und differenzieller Objektmarkierung geht es deshalb um präzise Vergleichskriterien. Das Zählen aller Satzergänzungen oder aller erwähnten Personen liefert allein keine zuverlässige Transitivitätsanalyse.
Denkbewegung
1. Analysebegriff festlegen. 2. Kernargumente bestimmen. 3. Grammatische Konstruktion prüfen. 4. Semantische Eigenschaften getrennt erfassen. 5. Alternationen vergleichen.
Wissenschaftlicher Anwendungsfall
Sprachvergleich kann Objektmarkierung und semantische Betroffenheit unabhängig erfassen.
Beispiel
„Mira kennt den Weg“ ist im Deutschen syntaktisch transitiv, obwohl der Weg durch das Kennen nicht verändert wird.
Gegenbeispiel
Eine Ortsangabe neben dem Subjekt macht ein intransitives Verb nicht automatisch transitiv.
Abgrenzung
Syntaktische Transitivität von semantischer Betroffenheit, Valenz schlechthin und bloßer Wortzahl unterscheiden.
Wirkung auf Denken und Wahrnehmung
Transitivität verbindet Argumentstruktur mit ausdrücklich gewählten Vergleichsdimensionen.
Resonanz
Zwei Beteiligte stehen nicht immer in derselben Art von Beziehung.
Provenienz
Parallel corpus 98f0950771ae4662f291d2f15f5c51b6797f3c20ba458a68615cdb177002ea18; case-bounded source review accepted; human specialist review not claimed.
Diesen Eintrag zitieren
Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Transitivität“. Atlas der Sprache, AT-NAV-G05-026. ATLAS 259, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-NAV-G05-026Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Redaktioneller Lesestand: 2026-10-15. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.