Vertiefung
Verb bezeichnet eine Wortklasse, die anhand sprachspezifischer morphologischer und syntaktischer Eigenschaften bestimmt wird. Eine bloße Bedeutungsdefinition als „Tätigkeitswort“ reicht nicht aus: Verben können Zustände ausdrücken, während Handlungen auch durch Substantive bezeichnet werden. Im Troponymie-Kontext geht es um Bedeutungsbeziehungen zwischen Verben, etwa darum, wie eine Handlung genauer ausgeführt wird. Diese semantische Relation setzt die Wortklasse nicht selbst fest. Zu prüfen sind unter anderem mögliche Flexionsformen, Satzfunktionen und Kombinationen. Sprachvergleich muss berücksichtigen, dass nicht alle Sprachen dieselben formalen Merkmale zur Verfügung stellen.
Denkbewegung
1. Grammatische Kriterien festlegen. 2. Formen und Verteilungen prüfen. 3. Bedeutung getrennt beschreiben. 4. Lexikalische Beziehungen untersuchen. 5. Sprachspezifische Grenzen beachten.
Wissenschaftlicher Anwendungsfall
Wortartenanalyse kann syntaktische Tests mit morphologischen Paradigmen verbinden.
Beispiel
„Schlafen“ und „wissen“ sind im Deutschen Verben, obwohl sie keine absichtsvoll ausgeführte Handlung voraussetzen.
Gegenbeispiel
„Die Zerstörung“ bezeichnet ein Geschehen, ist aber deshalb kein Verb.
Abgrenzung
Verb von Handlung, Prädikat als Funktion und jeder Ereignisbezeichnung unterscheiden.
Wirkung auf Denken und Wahrnehmung
Der Begriff trennt grammatische Klasse von einer einzigen Bedeutungsgruppe.
Resonanz
Was geschieht, muss nicht als Tätigkeitswort erscheinen.
Provenienz
Parallel corpus 98f0950771ae4662f291d2f15f5c51b6797f3c20ba458a68615cdb177002ea18; case-bounded source review accepted; human specialist review not claimed.
Diesen Eintrag zitieren
Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Verb“. Atlas der Sprache, AT-NAV-G05-034. ATLAS 259, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-NAV-G05-034Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Redaktioneller Lesestand: 2026-10-15. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.