Vertiefung
Eine Wortart ist eine Klasse von Wörtern, die nach grammatischen Kriterien zusammengefasst werden. Relevant können Flexionsmöglichkeiten, syntaktische Verteilung und Kombinierbarkeit sein; Bedeutung allein entscheidet die Zuordnung meist nicht. Im Konversionskontext geht es darum, wie ein Ausdruck ohne sichtbares Ableitungsaffix in einer anderen Wortklasse verwendet oder als neues Lexem analysiert wird. Ob tatsächlich ein Klassenwechsel vorliegt, muss an der Konstruktion geprüft werden. Verschiedene Grammatiken können zudem unterschiedliche Klassifikationen verwenden. Ein Etikett wie „Nomen“ ersetzt deshalb nicht die Angabe der Kriterien, anhand deren es in einer Sprache vergeben wird.
Denkbewegung
1. Klassifikationskriterien benennen. 2. Verteilung untersuchen. 3. Flexion prüfen. 4. Gebrauchswechsel vergleichen. 5. Theorieabhängige Alternativen festhalten.
Wissenschaftlicher Anwendungsfall
Grammatikvergleich kann feststellen, welche Tests bestimmte Wortklassen voneinander trennen.
Beispiel
Englisch bottle kann als Nomen auftreten; in „They bottle the juice“ hat bottle verbale Eigenschaften.
Gegenbeispiel
Dass ein Ausdruck eine Tätigkeit bezeichnet, macht ihn noch nicht zum Verb.
Abgrenzung
Wortart von semantischer Klasse, Satzgliedfunktion und bloßer Schreibgestalt unterscheiden.
Wirkung auf Denken und Wahrnehmung
Wortarten ordnen Formen nach ihrem grammatischen Verhalten.
Resonanz
Die Rolle eines Wortes zeigt sich auch darin, welche Nachbarn es zulässt.
Provenienz
Parallel corpus 98f0950771ae4662f291d2f15f5c51b6797f3c20ba458a68615cdb177002ea18; case-bounded source review accepted; human specialist review not claimed.
Diesen Eintrag zitieren
Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Wortart“. Atlas der Sprache, AT-NAV-G05-046. ATLAS 259, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-NAV-G05-046Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Redaktioneller Lesestand: 2026-10-15. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.