Vertiefung
Transkreation erlaubt weitreichende Veränderungen von Wortspiel, Bild, Ton und kulturellem Bezug. Dadurch wird die Grenze zwischen Übersetzen, Adaptieren und neuer Autorschaft sichtbar und verhandelbar.
Beispiel
Ein unübertragbarer Werbeslogan wird nicht wörtlich übersetzt, sondern durch ein neues Wortspiel ersetzt, das in der Zielsprache dieselbe Haltung auslöst.
Gegenbeispiel
Eine möglichst formnahe Übertragung eines Vertragssatzes ist Übersetzung, aber keine Transkreation.
Abgrenzung
Von Lokalisierung und freier Bearbeitung abgrenzen; entscheidend ist der Auftrag, eine kommunikative Wirkung über Sprach- und Kulturgrenzen neu zu erzeugen.
Wirkung auf Denken und Wahrnehmung
Sie verschiebt Treue vom Wortlaut zur Wirkung und macht sichtbar, dass Äquivalenz immer eine gewählte Bezugsgröße braucht.
Resonanz
Nicht dieselben Töne werden übertragen, sondern ein neuer Klangkörper wird gebaut, der ähnlich antworten soll.
Etymologie
engl. translation + creation
Provenienz
Kandidatenbank K-0306 → ATLAS_035; übersetzungswissenschaftliche Spezialquelle ergänzen
Diesen Eintrag zitieren
Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Transkreation“. Atlas der Sprache, AT-TRA-W0306. ATLAS 251, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-TRA-W0306Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Ein verifiziertes Änderungsdatum pro Eintrag liegt noch nicht vor. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.