Vertiefung
Empirische Untersuchung der sequentiellen Organisation natürlich vorkommender Interaktion. Auf eine Einladung folgt eine Pause und dann eine Begründung; die Analyse fragt, wie diese Platzierung eine Ablehnung erkennbar macht. Nicht mit Inhaltsanalyse, Gesprächsratgebern oder erfundenen Beispieldialogen verwechseln. Ein erfundener Dialog illustriert eine Möglichkeit, belegt aber nicht, wie tatsächliche Beteiligte diese Sequenz organisiert haben.
Denkbewegung
1. Von einer Aufnahme natürlich vorkommender Interaktion ausgehen. 2. Platzierung und zeitlichen Verlauf der Beiträge transkribieren. 3. Eine wiederkehrende Sequenz bestimmen. 4. Reaktionen der Adressaten über mehrere Fälle vergleichen. 5. Die Erklärung an abweichenden Fällen prüfen.
Wissenschaftlicher Anwendungsfall
Forschende sammeln Aufnahmen, erstellen detaillierte Transkripte und vergleichen Sammlungen derselben Sequenzart.
Beispiel
Auf eine Einladung folgt eine Pause und dann eine Begründung; die Analyse fragt, wie diese Platzierung eine Ablehnung erkennbar macht.
Gegenbeispiel
Ein erfundener Dialog illustriert eine Möglichkeit, belegt aber nicht, wie tatsächliche Beteiligte diese Sequenz organisiert haben.
Abgrenzung
Nicht mit Inhaltsanalyse, Gesprächsratgebern oder erfundenen Beispieldialogen verwechseln.
Wirkung auf Denken und Wahrnehmung
Die Methode kann scheinbar nebensächliche Pausen als Teil sozialer Handlungen untersuchen.
Resonanz
Ein Zögern kann zum nächsten Schritt gehören.
Provenienz
Jack Sidnell / Tanya Stivers (eds.): The Handbook of Conversation Analysis, 2013 erschließt für „Gesprächsanalyse“ den Bereich Sequence organisation, turn-taking, repair and response; Harvey Sacks / Emanuel A. Schegloff / Gail Jefferson: A Simplest Systematics for the Organization of Turn-Taking for Conversation, 1974 setzt mit Language 50(4), 696–735 einen zweiten, abgrenzenden Schwerpunkt. Der Entwurf verwendet beide für den begrenzten Untersuchungsumfang „Empirische Untersuchung der sequentiellen Organisation natürlich vorkommender Interaktion.“, ohne bibliographische Arbeitsangaben als neue Volltextlektüre auszugeben. → Active navigation changed to origin-scoped context on 2026-10-07
Diesen Eintrag zitieren
Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Gesprächsanalyse“. Atlas der Sprache, AT-NAV-G03-011. ATLAS 259, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-NAV-G03-011Die Adresse bleibt stabil; der Inhalt kann redaktionell fortgeschrieben werden. Redaktioneller Lesestand: 2026-10-15. Für genaue Nachweise zusätzlich das Abrufdatum angeben.