ATLAS DER SPRACHE

AT-NAV-G04-049 · ATLAS 259

Repräsentation

Repräsentation bezeichnet eine Beziehung, in der etwas für etwas anderes steht oder dieses in einem bestimmten Format zugänglich macht.

Teil des Themenwegs Sprachphilosophie, Denken und Erkenntnis

Warum dieser Begriff im Atlas?

G · Grundlagenbegriff R2 · Notwendige Grundlage

Repräsentation ist eine notwendige Grundlage, um zu erkennen, wie Sprache, Bilder und Modelle etwas zugänglich machen und dabei auswählen oder verändern. Das Profil prüft die Stellvertretungsbeziehung, statt sie durch die Benennung einer einzelnen Zeichentheorie bereits als erklärt anzusehen.

Farben und Aufnahmegründe

Die rechteckige Kennzeichnung benennt die Eintragsfunktion: F – sprachliche Figur oder Verfahren; A – Analysebegriff; G – Grundlagenbegriff; E – ausgewählter konkreter Fall. Die abgerundete Plakette benennt den Aufnahmegrund: R1 – eigener Erkenntnisbeitrag; R2 – notwendige Grundlage; R3 – begründeter exemplarischer Fall. Diese redaktionelle Begründung erklärt die heutige Auswahl, nicht eine nachträglich behauptete ursprüngliche Auswahlgeschichte.

Vertiefung

Repräsentation bezeichnet eine Beziehung, in der etwas für etwas anderes steht oder dieses in einem bestimmten Format zugänglich macht. Welche Bedingungen dafür erforderlich sind, hängt von der Theorie und vom Gegenstandsbereich ab. Ein Bild, ein sprachlicher Ausdruck und eine postulierte mentale Struktur müssen nicht nach demselben Prinzip repräsentieren. Bloße Ähnlichkeit genügt nicht allgemein: Zwei Gegenstände können einander ähneln, ohne dass einer den anderen darstellt. Auch können Repräsentationen unvollständig oder falsch sein. Im Intentionalitätskontext ist daher zu prüfen, wie ein repräsentationales Modell die Gerichtetheit mentaler Zustände erklären soll, statt diese Erklärung bereits durch die Benennung vorauszusetzen.

Denkbewegung

1. Repräsentierendes und Repräsentiertes werden unterschieden. 2. Das verwendete Format wird beschrieben. 3. Die tragende Beziehung wird begründet. 4. Fehler- und Grenzfälle werden untersucht. 5. Die theoretische Erklärung wird von ihrer Voraussetzung getrennt.

Wissenschaftlicher Anwendungsfall

Modellvergleich kann untersuchen, welche Informationen eine Repräsentation erhält, verändert oder auslässt.

Beispiel

Ein Streckenplan lässt Entfernungen absichtlich unmaßstäblich erscheinen, kann aber die Reihenfolge der Haltestellen zuverlässig darstellen.

Gegenbeispiel

Zwei ähnlich geformte Steine repräsentieren nicht allein aufgrund ihrer Ähnlichkeit einander.

Abgrenzung

Repräsentation von Kopie, Ähnlichkeit, garantierter Wahrheit und einer einzigen Theorie mentaler Zustände unterscheiden.

Wirkung auf Denken und Wahrnehmung

Der Begriff macht Vermittlung und ihre Grenzen zum Gegenstand der Analyse.

Resonanz

Etwas wird gegenwärtig, ohne selbst in derselben Form anwesend zu sein.

Provenienz

Parallel corpus 98f0950771ae4662f291d2f15f5c51b6797f3c20ba458a68615cdb177002ea18; case-bounded source review accepted; human specialist review not claimed.

Diesen Eintrag zitieren

Reich, Michael (Hrsg./ed.): „Repräsentation“. Atlas der Sprache, AT-NAV-G04-049. ATLAS 259, Datenmodell 1.6.0. https://atlasdersprache.de/begriff/AT-NAV-G04-049

https://atlasdersprache.de/begriff/AT-NAV-G04-049

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